Praxistipp: Alles rund um das Thema Mietwagenreisen in Kanada

Autofahren als Urlaubsaktivität? Aber klar, in Kanada haben wir die Liebe zum Autofahren wiederentdeckt. Die scheinbar endlosen und menschenleeren Straßen versprechen grenzenlose Freiheit. Wer mit dem Mietwagen oder dem Wohnmobil durch Kanada unterwegs ist, wird schon bald das Autofahren für sich entdecken. Die Reise wird hier zum Ziel und mit jedem gefahrenen Kilometer verebben die Gedanken und Ruhe kehrt ein. Das Land ist riesig und der fahrbare Untersatz eine wichtige Voraussetzung, um die schönsten Ecken Natur auf eigene Faust zu entdecken. Ok, unser PickUp auf dem Titelbild ist wohl eher weniger für Langstrecken geeignet. Zum Bier holen im nächsten Liquid Store macht er allerdings ein äußerst lässige Figur, oder? Hier einige Tipps, was man bei einer Buchung eines Mietwagens in Kanada beachten sollte…

 

Reiserouten planen

Allein Vancouver Island ist so groß wie Dänemark. British Columbia ist nahezu dreimal so groß wie Deutschland. Aufgrund der enormen Distanzen sind kleine Flugzeuge und Autos die gängigen Fortbewegungsmittel in Kanada. Bei zwei oder drei Wochen Urlaub möchte der Kanadareisende möglichst viel sehen und greift in Regel auf einen Mietwagen zurück und konzentriert sich auf eine Region, beispielsweise die West- oder Ostküste.

Foto: Andrea Bru

Den richtigen Mietwagen wählen

Städtetrip mit Hotel und Bed & Breakfast oder Campingurlaub im Nationalpark? Das Vorhaben bestimmt nicht nur die Größe des Mietwagens, sondern ob der Mietwagen etwa auch geländetauglich sein sollte. Kanada bietet reichlich Outdoor-Abenteuer, aber hierzu gehört dann auch ein Fahrzeug, das mit der einen oder anderen schlammigen Schotterpiste gut zurecht kommt. Das gilt im Übrigen auch für ein Wohnmobil: Größe und Komfort versus Wendigkeit, Benzinverbrauch, etc.

Preise vergleichen

Deutsche Reiseveranstalter, die sich auf Kanada spezialisiert haben, bieten in der Regel komplette Mietwagenrundreisen inklusive Routenvorschlag mit Hotels sowie Flug und dem eigentlichen Mietwagen an. Natürlich kann man auf eigene Faust die Reise planen und direkt bei den großen Verleihern wie Avis, Sixt oder Hertz buchen. Alternativ bieten sich Internetplattformen wie billiger-mietwagen.de oder mietwagen-check.de an. Die Portale listen auch kleine Anbieter mit auf und bieten das eine oder andere Preisschnäppchen.

Nebenkosten beachten

Neben dem günstigen Preis sollte man mögliche Nebenkosten im Blick haben: Kriterien sind u.a. Freikilometer, Anzahl der Fahrer, Tankfüllung, Reinigung, Rückgabetermin oder Kosten für Buchung per Kreditkarte. Teilweise unterscheiden sich die Angebote erheblich, wenn man optionale Leistungen erst vor Ort im Ausland bucht.

Einwegmiete statt Rundreise

Kanada ist riesig. Statt Rundreise bieten sich andere Varianten an, etwa Hinflug nach Calgary und Rückflug von Vancouver inklusive Einwegmiete. Der Wagen wird in Calgary gemietet und in Vancouver abgegeben. Unter Umständen lässt sich so die Reiseroute viel entspannter planen. Viele deutsche Anbieter berechnen keine Gebühren für Einwegmieten (bei Wohnmobil fallen in der Regel Extrakosten).

Vollkasko ohne Teilkasko!

Eine kleine Beule oder Kratzer kann richtig teuer werden: Eine Vollkaskoversicherung deckt selbstverschuldete Schäden am Mietauto. Und man spart sich im Vorfeld viel Ärger und Papierkram bei der Wagenübergabe. Im Zweifel haftet man nämlich für die Schäden des Vormieters, weil man bei der Wagenübergabe vor lauter Reisefieber den Steinschlag in der Frontscheibe übersehen hat. Beschädigungen an Reifen oder Glas sind nicht immer in der Vollkasko enthalten. Sie lassen sich aber mit einer Zusatzprämie absichern. Auch der Abschluss eines Diebstahlschutzes ohne Selbstbeteiligung ist eine lohnende Investition.

Generell sollte das Fahrzeug immer bei der Übergabe auf Herz und Nieren geprüft werden: Sind Reifen, Bremsen und Beleuchtung in Ordnung? Gibt es offensichtliche Lackschäden oder Beulen? Im Zweifel bei der Übergabe Schäden notieren lassen.

Bei Rückgabe des Mietwagens am besten den Fahrzeugschlüssel und Papiere persönlich abgeben (nicht in Briefkasten werfen!) und von einem Mitarbeiter in einem Übergabeprotokoll per Unterschrift bestätigen lassen.

In Deutschland buchen

Wer im Ausland einen Leihwagen nutzen möchte, sollte am besten von Deutschland aus buchen. So erkennt man in einem Vertrag auf Deutsch etwaige Fallen besser. Außerdem richten sich die Vertragsbedingungen nach deutschem Recht. Bei Problemen hat man einen Ansprechpartner in der Heimat. Eine Buchung von Deutschland aus ist zudem meist billiger, vor allem, weil man die Preise vergleichen kann.

Grundsätzlich darf jeder mieten, der einen gültigen Führerschein hat und mindestens 21 Jahre alt ist. Für Fahrer unter 25 wird es in der Regel teurer. Der nationale Führerschein wird in ganz Kanada anerkannt. Sie können damit drei Monate (in B.C. sogar sechs Monate) Pkw bzw. Wohnmobil fahren. Die gleichzeitige Mitnahme eines internationalen Führerscheins ist aber anzuraten, nicht nur, weil sich dadurch die Gültigkeit auf zwölf Monate verlängert. Wer einen längeren Aufenthalt in Kanada plant, sollte durchaus in Erwägung ziehen, entweder seinen nationalen Führerschein gegen einen kanadischen zu tauschen, was relativ problemlos möglich ist, oder sogar gleich die Prüfungen für den kanadischen Führerschein abzulegen, was im Gegensatz zu Deutschland recht einfach und sehr günstig ist.

Internationale Vermieter, die auch in Kanada tätig sind:

Alamo, www.alamo.de
Avis, www.avis.de
Budget, www.budget.de
Dollar, www.dollar.de
Enterprise, www.enterprise.de
Hertz, www.hertz.de
Holiday, www.holidayautos.de
National, www.national.de
Sixt, www.sixt.de
Sunny Cars, www.sunnycars.de
Thrifty, www.thrifty.de

Oliver Meding

Redaktion