Bärenattacken in Kanada

Regelmäßig werden Kanadaurlauber durch reißerische Schlagzeilen über Bärenangriffe auf Touristen verunsichert. Für die Presse sind diese Bärenattacken im wahrsten Sinne des Wortes (Achtung Wortspiel Nr.1!) ein gefundenes Fressen, um das Sommerloch zu überbrücken. Mehr Reisende nach Kanada bedeuten natürlich auch automatisch mehr Bärenkontakte, zumal oft die Freiräume der Bären nicht gewahrt werden und der Mensch immer weiter in die Lebensräume der Wildtiere eindringt. Besonders (Achtung Wortspiel Nr.2!) haarig wird es, wenn ein Bär am Straßenrand auftaucht, sich Wagenkolonnen bilden, weil jeder das perfekte Selfie mit Meister Petz machen möchte. Wir haben Euch ein paar einfache Grundregeln zusammengestellt, wie Mensch und Tier bzw. Bär harmonisch miteinander den Urlaub in Kanada verbringen können.

In Kanada leben sowohl Grizzly- als auch Schwarzbären. Ihr könnt hier überall einem Bären begegnen, sei es auf einem geschäftigen Pfad in der Nähe der Stadt oder im abgelegenen Hinterland. Bären meiden generell lieber Menschen. Es kommt jedoch zu Begegnungen zwischen Bären und Menschen. Zu wissen, wie man eine Begegnung mit einem Bären vermeidet, ist der beste Weg, die Parks sicher zu genießen. Für den Fall, dass Du auf einen Bären stößt, ist es wichtig, etwas über das Verhalten von Bären zu wissen, denn der Bär reagiert auf unser Verhalten.

(Fotos: Viktor Davare, British Columbia)

Welche Bären sind in Kanada beheimatet?

  • Der Grizzlybär (Ursus arctos) hat seinen Namen von den leichteren Spitzen, die oft auf seinen Schutzhaaren erscheinen, was ihm ein graues Aussehen verleiht.
  • Der Eisbär (Ursus maritimus) ist im Durchschnitt die größte Bärenart der Welt und hat tatsächlich schwarze Haut.
  • Der nach seiner häufigsten Farbe benannte amerikanische Schwarzbär (Ursus americanus) ist die am weitesten verbreitete Bärenart in Nordamerika.
  • Der Kermode-Bär (auch Ursus americanus) kommt in Küstenregionen von British Columbia vor und ist eine Population von Schwarzbären, die in der Lage sind, seltene, weiß gefärbte Nachkommen zu zeugen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich auf einen Bären treffe?

Der beste Ansatz für Deine Sicherheit: Vermeide die Begegnung mit einen Bären. Klingt doof? Aber im Grunde ist die Aussage ganz vernünftig, weil die Wildnis ist kein Zoo. Bären reagieren sehr empfindlich auf den Stress menschlicher Aktivitäten. Du kannstt zum Schutz dieser Tiere beitragen, indem Sie Begegnungen mit ihnen vermeidest.

Lärm machen!

Lass die Bären wissen, dass Du da bist. Rufen, klatschen, singen oder spreche laut, besonders in der Nähe von Bächen, dichter Vegetation und Büschen mit Beeren (Nahrungsquelle), an windigen Tagen und in Gebieten mit schlechten Sichtverhältnissen. Bärenglocken sind nicht genug. Manche behaupten sogar, diese würde die Bären eher anlocken.

Achte auf frische Bär Zeichen: Spuren, Kot, Ausgrabungen, zerrissene Stämme und umgedrehte Felsen sind alles Zeichen dafür, dass sich ein Bär in der Gegend aufgehalten hat. Verlasse den Bereich, wenn die Zeichen frisch sind.
Halte Deinen Hund zu jeder Zeit an der Leine oder lasse in besser zu Hause. Hunde können bei Bären ein Abwehrverhalten bzw. Angriffsverhalten hervorrufen.

Größere Gruppen haben mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine ernsthafte Begegnung mit Bären. Wir empfehlen, in einer engen Gruppe von vier oder mehr Personen zu wandern. Kinder sollten niemals alleine wandern. Wandere nur auf offiziell markierten Wegen und Pfaden und am besten bei Tageslicht.

Wenn Du trotzdem auf einen Bären stößt, verlasse das Gebiet sofort und melde es dem Parkpersonal.

Bärenspray

Trage Bärenspray griffbereit bei Dir und informiere Dich vorab, wie man es sachgemäß benutzt. Bärenspray kann bei einigen Bären bei sachgemäßer Anwendung wirksam sein. Man sollte beim Einsatz jedoch Wind, Sprühdistanz, Regen, Gefriertemperaturen und die Haltbarkeit des Produkts berücksichtigen.

Was ist Bärenspray und wie verwende ich es?

Wenn Du einen Bär siehst. Halt an und bleib ruhig. Machen Dich bereit, dasBärenspray zu verwenden. Lauf nicht weg.

Der Bär hat Dich noch nicht bemerkt…
Gehe leise weg, ohne seine Aufmerksamkeit zu erregen.

Der Bär hat Dich bemerkt…
Bären können aus einer Begegnung heraus bluffen, indem sie angreifen und sich dann in letzter Sekunde abwenden. Bären können auch defensiv reagieren, indem sie schreien, knurren, die Kiefer schnappen und die Ohren zurücklegen.

Bleib ruhig. Dein ruhiges Verhalten kann den Bären beruhigen. Schreie oder plötzliche Bewegungen können einen Angriff auslösen. Sprich mit dem Bären. Sprich ruhig und fest. Dies lässt den Bären wissen, dass Du ein Mensch und kein Beutetier sind. Wenn sich ein Bär auf seinen Hinterbeinen erhebt und mit der Nase wedelt, versucht er, Dich zu identifizieren. Geh langsam zurück. Niemals laufen! Laufen kann eine Verfolgung auslösen. Lasse Dich GROSS erscheinen. Hebe kleine Kinder auf und bleibe in einer Gruppe. Lasse Deinen Rucksack nicht fallen. Er kann Schutz bieten. Wenn Du den Weg fortsetzen musst, mache einen weiten Umweg um den Bären oder warte in sicherer Entfernung, bis er weitergeht.

Der Bär nähert sich…

Versuche nicht bedrohlich zu wirken. Sprich mit ruhiger Stimme. Wenn der Bär aufhört vorwärts zu kommen, bewegen Dich langsam von ihm weg. Wenn er näher kommt, weiter sprechen und Bärenspray verwenden. Wenn der Bär Kontakt aufnimmt, falle auf den Boden und spiele tot. Bleib still und warte, bis der Bär geht. Ein Bär kann neugierig sein, nach Ihrem Essen, oder seine Dominanz testen. Im seltensten Fall kann er räuberisch sein und Dich potenzielle Beute ansehen.

Camping

Campe nur  in ausgewiesenen Bereichen, die dafür vorgesehen sind. In der Wildnis richte mindestens 50 Meter vor Deinem Zelt-, Koch-, Ess- und Lebensmittellagerbereiche ein. Sorge für gute Sicht, damit sich Tiere nicht unsichtbar nähern können. Vermeide Camping, Kochen oder Essen in der Nähe von fließendem Wasser, dichtem Busch, Tierspuren oder Beerenfeldern.

Halte den Campingplatz geruchsfrei. Halte Schlafsäcke, Zelte und Schlafanzüge frei von Nahrungsmitteln, Gerüchen oder Getränken. Lasse duftende Kosmetik zu Hause. Bewahre Toilettenartikel und persönliche Gegenstände zusammen mit Lebensmitteln auf.

Bewahre Lebensmittel, Tiernahrung, Viehfutter und Abfälle nicht in Deinem Zelt auf. Verwende die Lagermöglichkeiten auf ausgewiesenen Campingplätzen; teilweise gibt es dort abschließbare Behälter oder ähnlich. Alternativ kannst Du die Lebensmittel zwischen zwei Bäumen, mindestens 4 Meter über dem Boden und 1,3 Meter von den oberen und seitlichen Stützen entfernt, hängen.

Wasche  und lagere  alle Teller und Nahrungsmittelgeräte sofort nach Gebrauch. Speisereste vom Spülwasser zusammen mit dem Müll lagern. Lasse Spülwasser in ausgewiesenen Bereichen oder in einem Abstand von mindestens 50 Metern von Ihrem Schlafbereich ab. Müll auspacken – nicht verbrennen oder vergraben und nicht in der Grube entsorgen.

Naturschutz dreht sich nicht nur um Bären; Es geht darum, das gesamte Ökosystem zu schützen. Parks Canada hat die Verantwortung, wild lebende Tiere und ihre Lebensräume zu schützen. Als Nationalparkbesucher können Sie dazu beitragen, Bären zu schützen und die Wahrscheinlichkeit einer unangenehmen Begegnung mit Bären zu verringern, indem Sie mehr über das Verhalten von Bären erfahren.

Weitere Informationen erhalten Sie von den Mitarbeitern des Parks Canada Visitor Centre.

(Quelle: Parcs Canada)

Anbieter:

Folgende lokale Anbieter in British Columbia  bieten u.a. Wal- und Grizzly-Touren an. Weitere Informationen findest Du auf ihren Internetseiten.

Remote Passages
Campbell River
Eagle Eye Adevntures
Adventure Tofino Wildlife Tours
Pacific Coastal Cruises & Tours

Buchtipps:

Oliver Meding

Redaktion

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