Am 6. Mai hatten wir Euch auf unserem YouTube-Kanal mit auf eine dreiwöchige Reise durch BC mit Wohnmobil oder PKW genommen. Die Stationen: Vancouver Island, Fähre Port Hardy-Bella Coola, Grizzlybärenbeobachtung, Wanderungen durch die Coast Mountains, Kanutour am Turner Lake, Terra Nostra Guest Ranch, Grizzlybären am Chilko River, Nemaiah Valley, Barkerville, Bowron Lake Kanutour, Crooked Lake Resort, zweitägige Wanderung Eureka Peak, Kayanara Guest Ranch, Wells Gray Park-Mahood Lake, Bridge River Valley, Bralorne, Vancouver.

Hier könnt Ihr Euch den Vortrag aus unserer Reihe „Zu Gast bei CANADA BACKROADS“ noch einmal anschauen…

 

Abseits der Hauptstraßen mit dem Wohnmobil oder dem PKW unterwegs sein und die Naturschönheiten British Columbias erleben, eintauchen können in die Zeit der Goldgräber und Abenteurer, Bären beim Lachsfang beobachten oder bei einer mehrtägigen Paddeltour grandiose Natur erleben. Und all das fernab großer Menschenmengen. Das bietet eine dreiwöchige Rundreise von Vancouver über Vancouver Island nach Bella Coola, dem westlichen Eingangstor in die Cariboo Chilcotin Coast Region.

Reisehöhepunkte sind dabei die Beobachtung von Grizzlybären im Rahmen geführter Touren oder individuell, mehrtägige Paddeltouren auf dem Turner Lake im Tweedsmuir Provincial Park South und im Bowron Lake Provincial Park, der Besuch des Historic Town Barkerville, ein- und zweitägige Wanderungen zum Rainbow Range und auf den Potato Mountain im Chilcotin und den Eureka Peak in den Cariboo Mountains, die Fahrt mit dem Wohnmobil über die Barkerville Backroad, der Aufenthalt am Crooked Lake in der Horsefly area und der Besuch der ehemaligen Minenarbeitersiedlung Bralorne im Bridge River Valley.

Wie man mit Hilfe der Backroad Mapbooks die Reise planen und gestalten kann, worauf man achten muss, wenn man auf gravel roads unterwegs ist und warum der Westen Kanadas durchaus auch ohne den Besuch der Rocky Mountains ein lohnenswertes Ziel sein kann, vermittelt Karl-Hans Kern, leidenschaftlicher Fotograf und Autor von Reiseerzählungen und das Canadavirus.

Über den Referenten Karl-Hans Kern:

Karl-Hans Kern, 65, bereist seit 2009 mit seiner Familie den Westen Kanadas. Meist mit dem Wohnmobil unterwegs, fühlt er sich in der Cariboo-, Chilcotin-, Coast Region schon fast zuhause. „Es ist die endlose Weite und die undurchdringlich scheinende Wälder, in denen zauberhafte Seen verborgen liegen, die Einsamkeit ohne ständige Erreichbarkeit und eine grandiose Natur- und Tierwelt, die uns in dieser Region fasziniert.“

Mit Vorträgen, einer Ausstellung und einem Reisebildband und seiner Webseite www.canadavirus.de gibt er die Faszination weiter, die das Land und seine Menschen auf ihn ausübt. Inzwischen ist auch ein Reiseführer mit Tipps zur Cariboo Chilcotin Coast Region mit dem Verlag 360 Grad Kanada in Vorbereitung. Mit den Reisen nach Canada und dem Schreiben darüber, verwirklicht er noch einmal ganz bewusst seine Lebensträume.

Weiterführende Informationen für CANADA BACKROADS Club-Mitglieder

Wir haben für Euch weiterführende Informationen zur Reiseplanung zusammengestellt.

Der Wilde Westen Kanadas

Wer aufbricht, den „Wilden Westen“ Kanadas zu erkunden, der fliegt in der Regel nach Vancouver oder Calgary und startet dort seine Reise. Dazu gehören verständlicher Weise der Aufenthalt in den Rocky Mountains, der Abstecher nach Whistler, vielleicht auch noch eine Stippvisite auf Vancouver Island und je nach Routenverlauf die Fahrt durch das Okanagan Valley oder die Highways entlang des Grenzgebietes zur USA. Wer es individueller mag, wer auf der Suche ist nach seinem persönlichen Abenteuer, für den ist die Cariboo Chilcotin Coast-Region bisher noch ein Geheimtipp. Sie ist ein unentdecktes Mekka für Outdoor-Enthusiasten, ein Paradies für alle, die Natur und Einsamkeit lieben.

Land Without Limits: Cariboo Chilcotin Coast-Region

„Landwithoutlimits“, lautet die Internetadresse der Tourismusorganisation in Williams Lake. Und sie meinen damit die schier unendliche Freiheit und das Abenteuer, für alle diejenigen, die sich draußen zuhause fühlen. Und draußen zuhause sein heißt in der Region kilometerweit wandern können, auf dem Rücken der Pferde Cowboy Luft schnuppern, am Lagerfeuer träumen, Wildwasserrafting genießen, mit dem Kanu im Bowron Lake Provicincial Park eine der schönsten Touren der Welt paddeln, am Chilko River nach Bären Ausschau halten, mit dem Mountain Bike am Farwell Canyon unterwegs sein oder am Crooked Lake den Fisch für das Abendessen angeln.
Also eben alles das, was man woanders in Kanada auch machen kann. Mit nur einem wesentlichen Unterschied, hier ist man weitab von anderen Touristen alleine und wenn überhaupt, dann mit Kanadiern, unterwegs.

Die Highways hier sind nicht mit dem Icefields Parkway in den Rocky Mountains vergleichbar. Die Landschaft schöpft ihre Schönheit nicht aus smaragdgrünen Bergseen und die Highways säumenden 3000ern. Sie fasziniert vielmehr durch ihre Ursprünglichkeit, ja, beinahe Wildheit, begleitet von zerfallenden, aus der Zeit des Goldrausches stammenden Blockhütten am Wegrand.

Und dennoch gibt es sie, die Bergseen und schneebedeckten Gipfel, samt ihrer beeindruckenden, unberührten Gletscher. Aber ihre Schönheit teilt man sich nicht mit in Bussen anreisenden Touristengruppen. Sie findet man in den Coast Mountains, doch nur, wenn man nach ihnen sucht oder sich von ortskundigen Kanadiern den Weg dorthin weisen lässt.

Pioniergeist atmen

Der vor sich hin rostende Pick-up aus den 50er Jahren, der neben Kuhherden hinter Weidezäunen als Ersatzteillager dient, weckt Neugier auf das, was einem hinter der nächsten Kurve, hinter dem nächsten Hügel, erwartet. Es kommt so etwas auf wie Entdeckerlust, Pioniergeist, etwas wie ein ganz persönliches Abenteuer, das aber ohne größere Gefahren überstehbar ist und von dem man vielleicht auch einmal seinen Enkeln erzählen wird.

Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, der findet in der Cariboo Chilcotin Coast-Region zahlreiche, oft sehr idyllisch gelegene Stellplätze auf den sogenannten Forest Campgrounds. Ausgestattet mit dem typischen Holztisch samt zweier Holzbänke und in den meisten Fällen auch mit einem Feuerring, bieten sie zwar keinen weiteren Luxus, dafür aber genügend Platz und Privatsphäre. Schon bei der Reiseplanung kann man sich in die für diese Art des Reisens unverzichtbaren Lektüre, den „Backroad Mapbooks“, dem Klassiker „Camp Free in BC“ oder aber auf der Internetseite www.sitesandtrailsbc.ca über ihre Lage, Ausstattung und andere Besonderheiten informieren. Meist ist die Nutzung dieser Campingplätze sogar kostenlos.

Und will man nach einigen Tagen in der Wildnis dann doch die Errungenschaften der Zivilisation, Strom und warme Duschen genießen, dann bieten dazu zahlreiche Resorts und Lodges in der Region ausreichend Gelegenheiten.

Träume leben

Wer sich vor Einsamkeit nicht fürchtet, wer kein Kleinstadtcafé und keine Shoppingmeile benötigt um sagen zu können, wie toll der Urlaub war, wer es genießen kann am Seeufer die Angel auszuwerfen und sich von der den See umgebenden Bergwelt beeindrucken zu lassen. Wer bei der Beobachtung eines Grizzlybären beim Lachsfang alles um sich herum vergisst und nur die Schauer genießt, die ihm dabei über den Rücken laufen, wer den Schweiß derjenigen auf seiner Haut spürt, die in brennender Sonne mit Schaufel und Pfannen nach Gold und ihrer Zukunft graben, wer im Geiste die Cowboys auf den Pferden reiten sieht, wie sie Herden von Rindern vor sich hertreibend, schwitzend Richtung Osten ziehen und dabei den aufgewirbelten Staub auf der Zunge schmeckt, wer beim Aussprechen des Wortes Nemiah Valley, den an- und abschwellenden Gesang der Native People im Hintergrund gehört zu haben glaubt, dem ist es möglich hier seine ganz persönlichen Träume zu leben, in der Cariboo Chilcotin Coast-Region British Columbias. (Text & Bilder Karl-Hans Kern, www.canadavirus.de)

Weiterführende Links

Routenplanung- Karten
backroadmapbooks.com

Tourismusseiten
landwithoutlimits.com
bridgerivervalley.ca
southcaribootourism.ca

Unterkünfte/Campgrounds
crookedlakeresorthorseflybc.com
kayanara.ch
chilkoriverlodge.ca
terranostra-guestranch.com

Aktivitäten
Wells Gray Provincial Park: Mahood Lake
Bowron Lake Provincial Park
Tweedsmuir South Provincial Park
xatsullheritagevillage.com
williamslakestampede.com
barkerville.ca
Nemaiah Valley

 

Routentipp: Highway 20, der „Freedom Highway“ von Williams Lake nach Bella Coola

Der Highway 20, der „Freedom Highway“ von Williams Lake nach Bella Coola ist der Inbegriff des „Wilden Westens“ in BC, denn im Gegensatz zu dem häufig erwähnten „Icefields Parkway“ ist der Higway 20 kein Touristenmagnet, sondern ein ganz besonderer Roadtrip geprägt von Einsamkeit und Weite.

Im Land der „Weiden und Zäune“

Wer von Süden kommend Williams Lake, muss sich für eine Himmelsrichtung entscheiden. Nach Norden führt die Straße nach Quesnel, vorbei am Abzweig nach Barkerville, dem Historic Town und weiter in den Norden British Columbias. Nach Osten führen die Straßen hinein in die Cariboo Mountains und weiter zum Wells Gray Provincial Park. Wer aber nach Westen abbiegt, der erfährt im wahrsten Sinn des Wortes Cowboy Land, das Land der „Weiden und Zäune“.

451 km sind es von Williams Lake, dem Versorgungszentrum der Region, bis Bella Coola, der kleinen Stadt am Pazifik, hinter den Coast Mountains gelegen. Ausgangspunkt für die Fahrt ist das wunderschöne Visitor Center in Williams Lake. Hier gibt es alle Tipps, Landkarten und was sonst noch benötigt wird. W-Lan und Telefon ist vorhanden und ermöglicht den Kontakt zu den Daheimgebliebenen.

Ich lade nun ein an vier Stationen am Highway 20 Halt zu machen und die Landschaft und die Tierwelt aus nächster Nähe zu genießen. Doch zuvor statten wir der Xatsull Heritage Village einen Besuch ab. Die aus Deutschland stammende Miriam übernimmt gerne Führungen durch die Lebenswelt der First Nation People.

Station 1: Farwell Canyon
Bei Riske Creek zweigt eine Gravel Road zum Farwell Canyon ab. Ein trockener Landstrich, geprägt von Sandsteinen und Dünenlandschaften. Durchzogen vom Chilcotin River bietet der Canyon nicht nur Gelegenheit zum Wandern, Mountain biken oder einfach nur einem Fotostopp. Aufgrund der Lachswanderung fischen hier auch die First Nation People nach Lachsen. Bei Hanceville erreicht man wieder den asphaltierten Highway.

Station 2: Nimpo Lake
Nach 300 km erreicht man den Nimpo Lake, das Zentrum der Wasserflugzeuge. Hier kann ein Rundflug über die Coast Mountains gebucht werden. Wer hier bei gutem Wetter anhält und sich diesen Rundflug gönnt, wird dieses Erlebnis nicht mehr vergessen. Die kleinen Maschinen nehmen drei Passagiere mit, in die große passen fünf. Der „all inclusive Flug“ dauert ca. eine Stunde und kostet pro Person ca. 120 CAD. Über das Monarch Icefield hinweg gelangt man zu den Hunlen Falls im Tweedsmuir Provincial Park und fliegt dann Richtung Norden. Hier bieten die Rainbow Range Mountains einen grandiosen Blick auf die aus Vulkangestein bestehende Gebirgskette.

Station 3. Tweedsmuir Provincial Park
Ein wunderschöner Park, mit zahlreichen Wandermöglichkeiten, bietet Gelegenheit zum mehrtägigen Aufenthalt. Die Wanderung zu den Hunlen Falls oder die Kanu Tour auf dem Turner Lake Chain zählt zu seinen Höhepunkten. Und die Bärenfreunde schätzen ihn, weil es an mehreren Stellen Aussichtsplattformen gibt, von denen aus Grizzlybären beim Lachsfang beobachtet werden können.
Wir allerdings bevorzugten den Mc Call Flats Forest Campground außerhalb des Parks. Nicht besonderes von der Ausstattung her. Aber am Atnarko River gelegen sind die einzigen Gäste in einer fast ein wenig unheimlich wirkenden Gegend… Bären. Ein Erlebnis für uns der besonderen Art.

Station 4: Bella Coola
Das Städtchen selbst bietet keine besonderen Highlights. Allerdings ist der Blick auf den South Bentinck Arm einen Ausflug wert. Dabei lassen sich auch die Clayton Falls besuchen. Und wer bisher auf eigene Faust keine Bären gesehen hat, der kann sich für eine geführte Tour entscheiden. Wir waren mit „Fraser“ im Schlauboot unterwegs. Er führte uns vier über den Atnarko und Bella Coola River und dann kam er… der Grizzly.

Ein Wort noch zum Freedom Highway. Da die Regierung British Columbias den Highway 20 nur bis Anahim Lake baute, war Bella Coola von der Außenwelt abgeschlossen. Daraufhin beschlossen seine Bewohner das letzte Stück bis zum Pazifik selber zu bauen. So ist der Weg über die Coast Mountains bis heute eine Gravel Road. Allerdings ist der Pass, trotz seiner spektakulären Straßenführung gut zu befahren. Wir haben die Strecke sowohl mit Truck Camper als auch RV bei Sonne und Regen problemlos befahren können.

Viel Spaß bei dieser kleinen Tour durch den wilden Westen. Und wer die wirklichen Highlights des Highway 20 erleben will, benötigt noch ein wenig Geduld. Diese finden sich südlich des Highways und bieten zahlreiche Überraschungen.

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Weiterführende Infos zur Reiseplanung für CANADA BACKROADS Club-Mitglieder: Für unsere Club-Mitglieder haben wir viele Informationen inklusive Links und Bildern zur Reiseplanung in die Cariboo Cilcotin Coast-Region zusammengestellt.

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