Seit einigen Tagen hechte ich morgens aus dem Bett und stürme an den Schreibtisch, um entweder an einem Kundenprojekt oder an unserem Kanada-Blog CANADA BACKROADS zu arbeiten. Unzählige Mails werden gecheckt, Kanada-News quer gelesen und Posts für die sozialen Medien geschrieben. Nun könnte man meinen: „Oh, klasse in Zeiten von Corona können wir alle Aufgaben in Zukunft bequem von zu Hause und am Bildschirm erledigen!“ Aber die Wahrheit sieht anders aus: Gegen 11 Uhr platzt mir fast der Kopf vor lauter Infos. Viele Menschen sind verdammt müde von den sozialen Medien und nicht erst seit dem das Thema Corona in den Medien und im eigenen Leben allgegenwärtig ist. Wie ich darauf komme? Die letzten Monate habe ich mich aus den sozialen Medien zurück gezogen. Ich hatte die Reiselücke im Sommer genutzt um mit einem alten Wohnmobil nach Dänemark und Frankreich zu fahren.

Trotz Corona-Panik (…für welche Region Frankreichs kommt die nächste Reisewarnung?) und existenziellen Ängsten (…womit verdiene ich mein Geld in Zukunft?) fand ich das alte Reisegefühl wieder, welches alle Reisende so an Kanada berührt: Man cruist mit einem Wohnmobil gemächlich eine Landstraße entlang und die Gedanken verstummen und man kommt in der Natur zur Ruhe. In dieser Zeit habe ich mich um die sozialen Medien einen feuchten Kehricht gekümmert. Und vermisst habe ich die täglichen News nicht, sondern mich eher einem Thema in Form eines Buchs oder ähnlich in ganzer epischer Breite gewidmet.

Mit dem Abstand kamen neue Energien und Ideen für unseren Kanada-Blog, der gerade in diesen Zeiten in erster Linie mit viel Herzblut und weniger mit fremden finanziellen Mitteln betrieben wird.

Facebook is a b….!

Für einen Kanada-Blog rächt sich die Social Media-Abstinenz natürlich, weil man wenn man nicht permanent seine Posts in vielen Kanälen streut oder alternativ viel Werbung schaltet, sein Publikum nicht mehr erreicht. Am Ende postet man am laufenden Band Reisemotive von einsamen Menschen vor Bergseen (von Reizthemen, die zur Diskussion anheizen mal ganz abgesehen…), weil sich das breite Leserpublikum weniger um Themen wie die First Nations oder die Literatur in Kanada interessiert. Nun könnte man behaupten Facebook ist tot, aber das stimmt so nicht, weil gerade mit den Facebook-Gruppen hat sich das Netzwerk neu erfunden und aktuell gibt es für uns keine wirkliche Alternative mit unseren Lesern im permanenten Dialog zu bleiben.

Brot und Spiele?

Aber auch wir müssen uns neu erfinden und hinterfragen, wie unsere redaktionelle Arbeit in Zukunft ausschaut, wenn man einen Kanada-Blog betreibt von dem man mittelfristig nicht leben kann? Ein Wett-Posten von Reizthemen in den sozialen Medien mit Inhalten, die für Aufregung und damit Reichweite sorgen, kann nicht die Antwort sein. Wir kämpfen nicht nur mit dem Plastik auf den Weltmeeren, sondern auch mit dem Müll an Informationen, die uns lähmen und müde und antrieblos zurücklassen. Aufregung mag gut für die Reichweite sein, aber den Menschen in dieser Zeit hilft es nicht, denn nach der Aufregung bleibt in der Regel nur die Erschöpfung.

Ich bin gerade am überlegen, was wir zu welchem Preis verändern? Hier seid Ihr als Leser unseres Blogs und als Mitglieder Kanada-Gruppe bei Facebook gefragt? Natürlich sollte Euch unser Angebot interessieren und daher freuen wir uns aus auf Deine Rückmeldung. Wenn Du z.B. in erster Linie nur unsere Website liest und nicht bei Facebook in unserer Kanada-Gruppe bist, würde ich mich sehr über eine private Email an mich mit Feedback freuen.

Abo als Antwort?

Wir haben uns im letzten Jahr zaghaft für ein Abo-Modell entschieden, was eventuell langfristig unsere Fixkosten deckt. Um Unterstützung zu bitten ist nicht leicht und die Erwartungen der Leser sind hoch, weil man gegen die Leistungen großer Medien-Konzerne nicht mithalten kann. Und natürlich funktioniert in so einem kleinen Team nicht immer alles reibungslos. Viele Aufgaben werden nebenberuflich geleistet und für einige Dinge gibt es kein Budget z.B. Lektor/-in 😉

Aber wie habe ich neulich so schön gelesen…

„We are human beings, not human doings.“

In diesem Sinne wünsche ich Euch als Herausgeber von CANADA BACKROADS einen schönen Sonntag

Mark-Oliver Meding*

Da ich Facebook hauptsächlich nur noch für das Kanada-Thema nutze, freue ich mich über Deine Freundschaftsanfrage. Einfach auf Namen klicken, dann gelangst Du zu meinem Facebook-Profil.


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